Also baut Brücken für Wissensaustausch
Unter dem Motto "Zukunft gestalten" ist die Schweizer ICT-Branche am diesjährigen Also Solution Day in Luzern zusammengekommen. Dabei standen insbesondere Networking sowie der Wissensaustausch zum Thema künstliche Intelligenz im Fokus.

Der Distributor Also hat auch dieses Jahr den Also Solution Day in Luzern ausgerichtet. Am 1. April 2025 versammelten sich rund 460 Expertinnen und Experten des ICT-Sektors im Kultur- und Kongresszentrum Luzern direkt am Vierwaldstättersee, um sich über Trends und Innovationen in der Branche auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Der Disti will nach eigenen Angaben als Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fungieren und mit der Veranstaltung den Dialog im Also-Ökosystem fördern.
Weiterbilden, um nicht im KI-Sektor unterzugehen
Nach der Ankündigung einer KI-Revolution im vergangenen Jahr stand das Thema künstliche Intelligenz (KI) in der Wirtschaft beim diesjährigen Event im Vordergrund. Driton Deda, CCO von Also Schweiz, eröffnete den Also Solution Day 2025 unter dem Motto "Zukunft gestalten". Dabei erklärte er auch, was Also dafür tue, um das Wissensdefizit von Unternehmen im Bereich KI zu überwinden.
Deda sprach von einem gemeinsamen Projekt von Also und der HSLU - dem "AI Essentials for SME"-Kurs. Dieser würde Teilnehmenden nicht nur Theorie vermitteln, sondern auch praktische KI-Kenntnisse. Den Kurs verglich er dabei mit einer Badmeister-Ausbildung: Wissen allein reiche nicht bei KI, man müsse auch "schwimmen" können.
Driton Deda, CCO von Also Schweiz. (Source: zVg)
Schweizer IT-Branche entwickelt sich positiv
Tanja Stetter, Head of Market Intelligence bei Also Deutschland, gab in einer Keynote einen Einblick in die Entwicklung des Schweizer ICT-Markts in 2025. Mit voraussichtlichen Investitionen in Höhe von 32 Milliarden Euro in die IT sieht Stetter die Branche auf einem guten Weg: "Wir sind auf dem Wachstumskurs und ich denke, wir dürfen da optimistisch sein."
Ferner ging sie auf Trends und Chancen von KMUs in der Schweizer IT-Branche ein. Vier Trends würden besonders herausstechen: der Bedarf an Workplace-Sicherheit, Automatisierung durch KI, Auslagerungen von IT-Verwaltung sowie hybride Infrastrukturen. Reseller könnten von diesen Trends profitieren, indem sie beispielsweise KI-Tools als Lizenzen anbieten oder Cloud-Dienste bereitstellen.
Stetter gab KMUs konkrete Tipps, um das Potenzial der derzeitigen Trends auszuschöpfen: "Zum einen gilt nach wie vor: Wissen ist Macht." Reseller sollten daher in Weiterbildungen und Zertifikate investieren und ihre Expertise und Portfolios weiter ausbauen. Auch würden Unternehmen davon profitieren, massgeschneiderte IT-Lösungen anzubieten und Partnerschaften einzugehen. Ausserdem sei weder die IT-Sicherheit noch die Optimierung von SEO für KI-Suchanfragen zu vernachlässigen.
Tanja Stetter, Head of Market Intelligence bei Also Deutschland, und Moderator Rainer Maria Salzgeber. (Source: zVg)
Wie Partner vom Also-Ökosystem profitieren können
In einer weiteren Keynote erläuterten Anja Steiner, Head of Finance DACH, und Giuseppe Pulvirenti, Teamleader Account Management bei Also Schweiz, unter anderem Alsos Strategiemodelle MORE (Maintain, Optimize, Reinvent, Enhance) und WIN (Watch, Identify, Navigate). Also konzentriert sich laut Steiner auf die Sicherung des bestehenden Ökosystems, die ständige Verbesserung des Geschäftsmodells, die kontinuierliche Optimierung der digitalen Plattformen und auf ihre Akquisitionsstrategie. Der neue WIN-Zusatz diene zur konkreten Umsetzung der MORE-Strategie.
Mehr zur MORE-Strategie sowie zur internationalen Expansion des Distis und dem 40-jährigen Bestehen, das Also 2024 gefeiert hat, können Sie hier im grossen Interview mit CEO Wolfgang Krainz und Driton Deda, CCO von Also Schweiz, lesen.
Pulvirenti übernahm anschliessend, um den Partnern zu zeigen, wie sie letztendlich vom Also-Ökosystem profitieren können. Zum einen könne Also über den ganzen Lebenszyklus von Produkten Teilschritte für Partner übernehmen. Zum anderen würde der Einsatz von Alsos Service-Mitarbeitenden Sunk Costs für Unternehmen reduzieren können. Auch durch das Skalieren von Projekten unterstütze Also seine Partner bei der Kostensenkung.
Künstliche Intelligenz & Schweizer KMUs
Am Nachmittag ging Donnacha Daly, Head of AI Studies an der HSLU, in seinem Vortrag auf die Entwicklung von künstlicher Intelligenz ein - und was diese für den Schweizer KMU-Sektor bedeutet. KI würde besonders Branchen mit hohem Digitalisierungsgrad stark beeinflussen, wie etwa Banken, Versicherungen, Marketing und Recht. Automatisierung schaffe dabei zwar Effizienz, bedeute aber auch, dass sich Jobprofile verändern würden.
Die KI-Infrastruktur existiere bereits, daher verlagere sich der Fokus in der IT-Branche mittlerweile auf konkrete Business-Anwendungen. Laut Daly müssen KMUs in der Schweiz aktiv werden, um nicht den Anschluss an die internationale Konkurrenz zu verlieren. Doch viele KMUs hätten noch keine produktive KI-Anwendung und sollten daher an funktionierenden "off-the-shelf"-Lösungen feilen.
Für eine erfolgreiche Umsetzung brauche es vor allem Zusammenarbeit in Ökosystemen (Hochschulen, IT-Partner, Start-ups). Die Schweiz bleibe voraussichtlich führend in Innovation, besonders Zürich als KI-Hotspot mit Firmen wie Google oder OpenAI. Doch sie war "nie Vorreiter, sondern eher 'fast Follower'", stellte Daly klar. Es sei für die Schweiz jetzt an der Zeit, KI nicht nur zu testen, sondern operativ einzusetzen, um bei Innovationen auch weiterhin ganz vorne mit dabei zu sein.
Keine Business Resilience ohne digitale Resilienz
Zum Abschluss des Tages sprachen diverse IT-Experten in einer Podiumsdiskussion über zentrale Themen der Branche. Neben den Dauerbrennern künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit lag vor allem auch digitale Resilienz im Fokus. “Wenn ich es nicht schaffe, meine digitale Infrastruktur, mein digitales Business sicherzustellen, ist mein Geschäft auch nicht mehr sicher”, erklärte Christopher Tighe, General Manager von Cisco Schweiz. Für ihn wird die Leistungsfähigkeit und Sicherheit von IT-Systemen, insbesondere im Hinblick auf KI-Integration und zukünftige technologische Entwicklungen, die nächsten 4 bis 5 Jahre ein zentrales Thema bleiben.
Als eine der grössten Herausforderungen der KMUs in der digitalen Transformation, aber zugleich auch eine “Riesenchance”, sieht Peter Zanoni, Managing Director bei HP, im Fachkräftemangel. Trotz des Fachkräftemangels blicke das Podium optimistisch in die Zukunft, denn der Schweizer Resellermarkt habe die Möglichkeit, Unternehmen mit Beratungsleistungen und technischem Know-how zu unterstützen.
In der Podiumsdiskussion (v.l.n.r.): Driton Deda, Marc Holitscher(National Technology Officer für Microsoft Schweiz), Christopher Tighe(General Manager von Cisco Schweiz), Frank Blockwitz(Managing Director bei Lenovo Schweiz), Peter Zanoni(Managing Director bei HP) und Moderator Rainer Maria Salzgeber. (Source: zVg)
Überwiegend positives Feedback
Die Teilnehmenden des Also Solution Day 2025, der mit 460 Besuchenden grösser denn je war, nutzten die Gelegenheit, beim Abschlussapéro und auch während des Bühnenprogramms an Ständen der Anbieter Kontakte zu knüpfen. Neben den üblichen Keynotes gab es dieses Jahr ausserdem Breakout-Sessions, die spezialisierte Themen in kleinen Gruppen vertieften.
Die Aussteller, die auch vergangenes Jahr dabei waren, äusserten sich positiv zur Veranstaltung. "Heute ist es sensationell gewesen", sagte Michael Kretschmann, Senior Manager Channel Schweiz bei Sophos, "vor allem im Hinblick auf Partner- bzw. Kundengespräche." Im Vergleich zu den Vorjahren sei es "massiv besser" gelaufen. Aber es gab auch noch offene Wünsche. "Meiner Meinung nach wäre es besser, wenn es mehr Zeit zum Networken für Besucher und Besucherinnen gäbe, da den ganzen Tag über Keynotes gehalten wurden", sagte Xu Yao von Huawei.

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