Weshalb Cloud-Computing immer attraktiver wird
Die IT-Landschaft der Schweiz wandert immer mehr in Richtung Cloud. Aber was für eine Cloud? Eine Private Cloud? Eine Multi-Cloud-Umgebung? Wohin der Markt sich bewegt, sagt Christoph Schnidrig, Senior Manager Solutions Architecture bei AWS.

Wie hat sich der Schweizer Cloud-Markt im vergangenen Jahr entwickelt?
Christoph Schnidrig: Wir befinden uns mitten in einer grossen Verschiebung hin zur Cloud, und es gibt eine Reihe von Gründen, warum der Umstieg so schnell passiert. Die Kosten sind fast immer der Gesprächsauslöser, aber der Hauptgrund, warum Cloud Computing immer attraktiver wird, ist die Flexibilität und Geschwindigkeit. In der Cloud können Tausende von Servern in wenigen Minuten bereitgestellt und es kann auf Services zugegriffen werden, die nach Belieben kombiniert und genutzt werden können.
Welche technologischen Trends treiben den Markt zurzeit an?
Ich möchte drei Trends hervorheben. Erstens Machine Learning (ML) und künstliche Intelligenz. Um auch gerade Nicht-Spezialisten Zugang zu dieser Technologie zu ermöglichen, investieren wir stark in diesen Bereich. Wir glauben, dass über die Zeit die meisten Applikationen mit ML erweitert werden. Zweitens IoT – im industriellen Bereich kann durch die Kombination von Sensoren oder Kameras mit Cloud Computing sehr viel optimiert werden. Drittens Serverless Computing, also die natürliche Evolution von physischen Servern zu virtuellen Maschinen hin zu Containern, welche die Applikationsentwicklung revolutionierten. Entwickler müssen sich nicht mehr Gedanken um die Infrastruktur machen und können Code liefern, der funktioniert und skaliert.
Ist die Multi-Cloud für jedes Unternehmen die richtige Lösung?
Unternehmen nutzen die Cloud auf vielfältige Weise, und viele Unternehmen nutzen heute bereits Multi-Cloud, da sie für Dateisynchronisierung, Office-Anwendungen, E-Mail und ERP, Lösungen von verschiedenen Herstellern als SaaS beziehen. Wenn es darum geht, eine Cloud für Applikationsentwicklung oder IaaS zu nutzen, glauben wir, dass ein Multi-AZ oder Multi-Region-Design deutlich effektiver ist. Hier geht Multi-Cloud mit einer hohen Komplexität einher. Zudem unterscheiden sich die Plattformen stark und es werden unterschiedliche APIs eingesetzt. Kunden sind so gezwungen, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu standardisieren und die internen Teams müssen Know-how für mehrere Anbieter aufbauen. Darüber hinaus verliert man Verhandlungsmasse und entsprechend Mengenrabatte.
Wie kann ein MSP mit der Cloud heute noch Geld verdienen?
Wir unterstützen unsere Partner dabei, ihre Angebote aufzubauen, zu vermarkten und zu verkaufen. Ein Partner kann dabei nebst Consulting- und Entwicklungsdienstleistungen auch Services für den Betrieb der Cloud anbieten.
Was müssen IT-Dienstleister in Bezug auf Datenschutz und das DSG beachten?
Die Datensicherheit hat höchste Priorität. Unsere Kunden, darunter auch Finanzdienstleister, Dienstleister aus dem Gesundheitswesen, Grossunternehmen, Bildungseinrichtungen und Regierungsbehörden, vertrauen uns mitunter ihre sensibelsten Informationen an. Es ist wichtig, dass Kunden Kontrolle über ihre Inhalte haben, einschliesslich wo und wie sie gespeichert werden sowie wer Zugriff darauf hat.
Die Antworten der weiteren Teilnehmenden des Podiums:
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Manuel Altermatt, Google: "Der Multi-Cloud-Ansatz ist sinnvoll, wenn Unternehmen eine hohe Flexibilität wünschen."
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Frédéric Brunier, Accenture: "Die Nachfrage nach industriespezifischen Cloud-Lösungen wird immer grösser."
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Roman Feierabend, iSolutions: "Dienstleister müssen aufgrund des DSG neue Beratungskompetenzen entwickeln."
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Florian Köppli, Nutanix: "Eine Single-Cloud muss nicht zwangsläufig Alternativen ausschliessen.”
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Thomas Kreser, Interxion: "Egal ob Multi- oder Single-Cloud, die Zukunft wird hybrid."
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Oliver Schalch, CEO von Bithawk: "Single Cloud? Multi-Cloud? Keiner der beiden Ansätze ist dominant."
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Roger Semprini, Equinix: "Der Markt beschleunigt sich nach wie vor."

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