"Operation Stream"

Schweizer Polizeibehörden helfen, Pädophilen-Plattform zu zerschlagen

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von Filip Sinjakovic und rja

In Zusammenarbeit mit zahlreichen staatlichen Polizeibehörden hat Europol die Pädophilen-Website Kidflix still gelegt. Von 1393 verdächtigen Personen nahmen die Strafverfolger bislang 79 fest, 10 von ihnen in der Schweiz. Es handelt sich um die bisher grösste Operation dieser Art in Europols Geschichte.

Im Rahmen von "Operation Stream" konnte die Pädophilen-Plattform Kidflix stillgelegt werden. Schweizer Kantonspolizeien waren ebenfalls beteiligt. (Source: Europol)
Im Rahmen von "Operation Stream" konnte die Pädophilen-Plattform Kidflix stillgelegt werden. Schweizer Kantonspolizeien waren ebenfalls beteiligt. (Source: Europol)

Europol ist in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landeskriminalamt und der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) ein erfolgreicher Schlag die Pädophilen-Plattform Kidflix gelungen. Wie es in einer Mitteilung heisst, legten die Strafverfolger die Website still und beschlagnahmten deren Server. Die entsprechende Aktion lief unter dem Namen Operation Stream" und dauerte vom 10. bis zum 23. März 2025. Polizeibehörden aus 35 Ländern – darunter auch die Schweiz – beteiligten sich daran.

Viele Verdächtige bereits in den Europol-Datenbanken

Kidflix zählte zu den grössten Pädophilen-Websites im Internet. Sie war seit 2021 online und bot neben Videodateien zum Herunterladen auch Streaming-Möglichkeiten. Laut Europol hatte sie zwischen 2022 und 2025 rund 1,8 Millionen Nutzer und enthielt während ihrer Laufzeit 91'000 Videos, von denen 72'000 den Behörden bereits bekannt waren. Im Rahmen der noch laufenden Ermittlungen schützten die Behörden 39 Kinder. Zudem identifizierten sie bisher weltweit 1393 verdächtige Personen, von denen sie 79 wegen des Teilens und Verbreitens von kinderpornografischem Material festnahmen.  In der Schweiz kam es zu 10 Verhaftungen. Einige der Festgenommenen seien zudem Wiederholungstäter und sollen auch selbst Kinder missbraucht haben, heisst es weiter.

Grösste Operation dieser Art 

"Operation Stream" war die bisher grösste Operation dieser Art, die Europol durchgeführt hat. Das Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (EC3) hat dabei die jeweiligen nationalen Behörden intensiv bei den Ermittlungen unterstützt, indem es verfügbare Daten analysierte und den Behörden somit Beweise zur Verfügung stellte. Die Koordinierung und der Informationsaustausch sei daher bei der Operation entscheidend gewesen, so Europol. In der Schweiz haben sich neben dem Bundesamt für Polizei fedpol auch die Kantonspolizeien Basel-Landschaft, Aargau, Bern, Genf, Thurgau, Waadt und Zürich an "Operation Stream" beteiligt.

Kampf gegen Kindesmissbrauch als Ziel der EU

Der sexuelle Missbrauch von Kindern stelle eine der grössten Bedrohungen für die interne Sicherheit der EU dar. Wie der Bericht zur Bewertung der Bedrohungslage im Bereich der schweren organisierten Kriminalität (EU-SOCTA) zeigt, biete die zunehmende Digitalisierung Pädophilen immer mehr Möglichkeiten, mit potenziellen Opfern in Kontakt zu treten. Dieser Trend werde sich künftig noch intensivieren, schreibt Europol.

 

 

Kinder und Jugendliche sind im Internet besonders gefährdet. So warnte Europol bereits vor Online-Gruppen, die gezielt vulnerable Minderjährige ins Visier nehmen, um sie zu manipulieren und zu Gewalttaten zu verleiten. Lesen Sie hier mehr dazu.

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