Wohin sich der UCC-Markt zurzeit bewegt
Die Homeoffice-Pflicht ist vorbei - ist damit auch ein Ende des Hypes im UCC-Markt gekommen? Wohin sich der Markt entwickelt und auf welche neuen Technologien man setzen sollte, sagt Meriton Dzambazi, CEO von Fournet Informatik.

Wie hat sich das Geschäft mit UCC im vergangenen Jahr verändert?
Meriton Dzambazi: Im Wesentlichen hat sich bei unseren Bestandskunden im Vergleich zum Vorjahr 2020 nicht viel geändert. Das Bedürfnis nach Mobilität (Homeoffice) ist praktisch immer noch Bestandteil der Anforderungen - auch wenn die Gewichtung bei den Evaluierungen aufgrund der Verordnungen gegebenenfalls etwas nachgelassen hat. Einige Unternehmen implementierten während der Pandemie vermutlich pragmatische oder pauschale Lösungen ein, die nun zu Ernüchterung führen. Wir merken, dass in solchen Fällen die klassischen telefonspezifischen Konform-Funktionen vermisst werden sowie die Integration in die UCC-, CRM- oder ERP-Software.
Inwiefern hat der Trend in Richtung Homeoffice bereits zu einer Sättigung geführt?
Unabhängig davon, wann das Ende der Pandemie in Aussicht steht, bleibt die weitere Entwicklung der Definition von Arbeitsplatz und Arbeitsort spannend. Die Anbieter von UCC-Lösungen werden die Homeoffice-Unterstützung sicherlich nicht aus dem Repertoire streichen. Dafür müssen aber Themen rund um Sicherheit und Datenschutz intensiver verfolgt werden.
Welche Rolle spielen Managed-UCC-Angebote im Schweizer Markt?
Managed-UCC-Möglichkeiten schaffen nicht nur Flexibilität, sondern auch Kontinuität und Sicherheit im Betrieb der Kommunikation- und Prozessverarbeitung. Managed UCC tangiert dabei nicht nur technisch-relevante Strukturen, sondern wird auch vermehrt in die organisatorischen und unternehmerischen Prozesse einwirken. Der Wandel traditioneller UCC-Angebote in Managed-Modelle wird daher weiter intensiviert.
Welche technologischen Trends erkennen Sie aktuell?
Schaut man auf Marktprognosen für das Jahr 2022, sieht man die Fundamente für viele technologischen Entwicklungen, Optimierungen und für weiteres Wachstum. Zu den Trends zählt auch KI. So erkennt eine Videokonferenz-Lösung, welche Person spricht und kann auf sie einzoomen. Das Resultat sind lebendige und dynamische Videokonferenzen, die Spass machen. Generell ist im UCC-Geschäft das Thema "Echtzeit Verarbeitung" sehr fordernd und zugleich spannend.
Wo verbirgt sich das grösste Potenzial für Reseller und Systemintegratoren?
Das grösste Potenzial kann auch die grösste Herausforderung sein. Standard-Inbetriebnahmen von Kommunikationslösungen werden immer einfacher und günstiger. Die Integration in Rundum- oder Kernsysteme wird hingegen vermehrt komplexer. Infrastruktur- und Betriebsrichtlinien sowie Inkompatibilitäten mit bestehender Hardware können während Evaluierungen strategische Konflikte erzeugen. Denn Investitionsschutz ist ein elementares Bedürfnis. Wer diese Szenarien gut zu orchestrieren vermag, kann sich als starker UCC-Partner etablieren.
Die Antworten der weiteren Teilnehmenden des Podiums:
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Drazen-Ivan Andjelic, Mitel: "Der Wachstumstrend im UCC-Markt setzt sich weiterhin fort."
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Andres Gees, Spie ICS: "Kunden wollen nur die nackten Subscription-Preise sehen."
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Pius Gloor, Alltron: "In der KMU-geprägten Schweizer Firmenlandschaft sind Lösungen, wie sie internationale Konzerne einsetzen, wenig gefragt."
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Niema Nazemi, Cisco: "Die Hologrammtechnik beginnt sich jetzt zu etablieren."
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Jörg Säurich, Damovo: "Die schnelle Einführung von UCC-Tools hat zu Insellösungen geführt."
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Reto Scaramuzza, Ingram Micro: "Unternehmen bereiten sich auf das hybride Arbeiten vor."

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