Warum Sunrise beim ERP auf Standardlösungen setzt
Kaufen oder programmieren? Bei einer ERP-Lösung ist diese Frage nicht einfach. Eine Standardsoftware bietet gewisse Sicherheiten, eine Eigenentwicklung gewisse Freiheiten. Elmar Gasser, CTO von Sunrise, spricht über die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten.

Nutzen Sie ein selbstentwickeltes ERP oder eine eingekaufte Lösung?
Elmar Gasser: Unser ERP-System basiert hauptsächlich auf kommerziellen Produkten, insbesondere zur Maximierung der konfigurierbaren Fähigkeiten, die unsere Geschäftsanforderungen erfüllen. Dort, wo es keine geeigneten Alternativen gibt, entwickeln wir Inhouse-Lösungen und schauen auch regelmässig für Open-Source-Lösungen.
Warum haben Sie sich für diese Lösung entschieden?
Für ein börsenkotiertes Unternehmen unserer Grösse sind in den letzten Jahren kommerzielle ERP-Lösungen kosteneffizienter und flexibler geworden. Time-to-Market, Auditierbarkeit und Process-Compliance Erwartungen konnten bisher mit solchen Softwarelösungen leichter erfüllt werden. In jüngster Zeit beobachten wir, dass Open-Source-Lösungen so weit ausgereift sind, dass wir uns überlegen könnten, Inhouse-Lösungen zusätzlich zu dieser Software zu entwickeln.
Was sprach gegen die Alternative?
ERP-Lösungen vollständig selbst zu entwickeln, ist nicht einfach und man muss insbesondere die Kosten berücksichtigen, die für die Wartung solcher Lösungen erforderlich sind. In anderen Bereichen haben wir auch beobachtet, dass die Modernisierung von Eigenentwicklungen im Zeitalter der Digitalisierung nicht zu unterschätzen ist. Einen Wechsel nach fast 20 Jahren kommerzieller Produkte muss auch die Migrationskosten berücksichtigen.
Wie lange ist Ihre ERP-Lösung bereits im Einsatz? Wie oft wurde sie in dieser Zeit überarbeitet?
Praktisch so lange, wie es Sunrise gibt. Wir aktualisieren unsere ERP-Software und die zugrunde liegende Hardware regelmässig auf Grundlage unserer mittelfristigen Planung. So stellen wir sicher, dass wir die Vorteile unserer Lösungen maximieren. Unsere strategischen IT-Investitionen werden durch die Geschäftsnachfrage ergänzt, die ein weiterer Treiber für die Modernisierung unserer Software ist. Solche Aktivitäten finden laufend statt.
Wie können IT-Dienstleister Sie in Sachen ERP unterstützen?
In den letzten Jahren haben wir die internen Fähigkeiten und das Know-how unseres ERP-Portfolios stark aufgebaut. Wir sind jedoch ständig auf der Suche nach Partnern, die uns helfen, effizienter und kosteneffektiver zu werden und Lücken in unserer Nachfragepipeline zu schliessen.
Woher holten Sie sich die nötige Expertise?
Wir haben intern mehrere Lösungen entwickelt, um insbesondere die Leistungsfähigkeit unserer ERP-Systeme zu erweitern und funktionale Mängel auszugleichen. Wir nutzen unsere internen Ressourcen und manchmal externe Spezialisten, um sie zu ergänzen.
Die Antworten der anderen Podiumsteilnehmer (in alphabetischer Reihenfolge):
Herbert Brecheis, Ruag: "Eine Eigenentwicklung für den ERP-Bereich kommt für uns nicht infrage."
Marcus Dauck, Ringier: "Die Zeiten monolithischer Systeme und reiner Wasserfallprojekte sind vorbei."
Peter Hagen, Planzer-Gruppe: "Die geforderte Flexibiltät der Software kann mit einer Standardlösung nicht erbracht werden."
Gabriela Müller, Studerus: "Eigenentwicklungen waren bei uns trotz eingekaufter Software nötig."
Stefan Müller, Digitec Galaxus: "Es gibt zurzeit kein ERP im freien Markt, das unseren Ansprüchen genügen würde."
Ricardo Nebot, Emmi: "Mit einer Eigenentwicklung hätten wir nur das Rad neu erfunden."
Frederik Thomas, Interdiscount: "Grundsätzlich haben wir aber das Know-how im eigenen Haus und werden dies auch weiter aufbauen und fördern."

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