Darauf muss sich die IT-Sicherheit nächstes Jahr gefasst machen
Der israelische Sicherheitsanbieter Checkpoint prognostiziert für das nächste Jahr mehr gezielte Ransomware- und Phishing-Angriffe. IOT und 5G bringen neue Risiken mit sich, dafür soll KI die Cyberabwehr effizienter machen. Ein Paradigmenwechsel macht das Unternehmen im Umgang mit Erpressern aus.

Checkpoint veröffentlicht seine Prognosen zur IT-Sicherheit im Jahr 2020. Wie das israelische Unternehmen, welches selbst Sicherheitslösungen anbietet, mitteilt, stützt es sich dabei auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre, aus denen sich Rückschlüsse auf die Zukunft ziehen lassen.
Mehr Ransomware auf mehr Kanälen
Zu oberst auf der Liste stehen Ransomware-Angriffe, vor denen unlängst auch die eidgenössische Meldestelle "Melanie" gewarnt hatte.
Die Angriffe seien 2019 gezielt gegen Unternehmen, lokale Behörden und Gesundheitseinrichtungen eingesetzt worden. Erpresser verbringen viel Zeit damit, Informationen über ihre Opfer zu sammeln, um dann grössere Schäden anrichten zu können. Entsprechend seien auch die geforderten Lösegelder höher.
Um am Unternehmensmitarbeiter heranzukommen, versenden Kriminelle längst nicht mehr nur Phishing-E-Mails, sondern nutzen zunehmend auch Messenger auf Social Media- und Spieleplattformen. Die E-Mail bleibe aber der "Angriffsvektor Nummer eins".
Mobile Malware, 5G und KI als neue Trends
Deutlich zugenommen haben gemäss der Mitteilung Angriffe mittels sogenannter Mobile Malware. Besonders auf Bank- und Zahlungsdaten haben es Betrüger abgesehen. Diese beschaffen sie sich, indem sie mobile Anwender auf präparierte Websites locken und dort die Zugangsdaten abgreifen.
Gleich zweimal warnt der Sicherheitsanbieter vor 5G: Zum Einen werde sich die Anzahl der IOT-Geräte deutlich erhöhen und damit wachse auch die Anfälligkeit von Netzwerken für grossflächige, Multi-Vektor-Cyberangriffe. Andererseits werden diese Geräte viel mehr private Nutzerdaten sammeln und online stellen – Checkpoint nennt etwa E-Health, Smart Citys oder vernetzte Autos als Beispiele. Die Geräte und die Daten müssten gegen Angriffe geschützt werden.
Nebst den grössten Bedrohungen sind im Bericht auch Entwicklungen zur Cyberabwehr aufgeführt. Dank KI könnten zukünftig die Reaktionen auf Angriffe drastisch beschleunigt werden. Ausserdem helfe sie, Angriffe frühzeitig zu blockieren. Natürlich, räumt Checkpoint ein, nutzten auch Angreifer zunehmend KI, um etwa Schwachstellen in Netzwerken zu finden.
Paradigmenwechsel: Bezahlen ist billiger als reparieren
Die Zunahme der Cyberangriffe führe auch zu einem Aufstieg der Cyberversicherungen, schreibt Checkpoint weiter. Die Versicherungen decken jedoch nicht mehr nur die Kosten, um ein angegriffenes System wiederherzustellen. Vielmehr leiten die Versicherer ihre Kunden zunehmend an, Lösegelder zu bezahlen, da dies billiger sei. Auch das FBI habe diesbezüglich seine Haltung gemildert und erkenne an, "dass in einigen Fällen die betroffenen Unternehmen die Bezahlung in Betracht ziehen müssen, um Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden zu schützen".
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