Warum Interdiscount beim ERP auf Standardlösungen setzt
Kaufen oder programmieren? Bei einer ERP-Lösung ist diese Frage nicht einfach. Eine Standardsoftware bietet gewisse Sicherheiten, eine Eigenentwicklung gewisse Freiheiten. Frederik Thomas Leiter IT, Service und Logistik beinterdiscount, spricht über die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten.

Nutzen Sie ein selbstentwickeltes ERP oder eine eingekaufte Lösung?
Frederik Thomas: Wir nutzen derzeit SAP als ERP in der Basis und entwickeln dies kontinuierlich weiter. Dort, wo wir uns differenzieren können vom Wettbewerb oder wir Kundennutzen sehen, setzen wir auf eigene entwickelte Lösungen mit oder ohne SAP.
Warum haben Sie sich für diese Lösung entschieden?
SAP bietet eine Stabilität, die für uns als Unternehmen wichtig ist. Wir brauchen einen Partner, bei dem wir sicher sein können, dass dieser sein Produkt auch weiterentwickelt und entsprechend vorantreibt und wir von diesen Weiterentwicklungen profitieren können. Zudem können wir vom Know-how der Coop-Gruppe profitieren und hier in einen regen Austausch mit den entsprechenden Teams treten.
Was sprach gegen die Alternative?
Nach sorgfältiger Überlegung haben wir uns für SAP aus den bereits genannten Gründen entschieden. Für uns im Fokus stehen die Stabilität und Möglichkeit, auch innerhalb der Coop-Gruppe entsprechend einen Wissensaustausch im Bereich SAP vollziehen zu können. Das gelang uns bisher sehr gut, und alle konnten davon profitieren.
Wie lange ist Ihre ERP-Lösung bereits im Einsatz? Wie oft wurde sie in dieser Zeit überarbeitet?
Die ERP-Lösung ist mit über 18 Jahren schon fast ein Dinosaurier und hat dabei den Erfolg von Interdiscount in den letzten Jahren sichergestellt. Wir haben eine enorme Expertise im Unternehmen und haben mit dieser das System kontinuierlich weiterentwickelt und auf die Geschäftsbedürfnisse angepasst. Wir können damit sagen, dass es nie einen Stillstand gegeben hat.
Wie können IT-Dienstleister Sie in Sachen ERP unterstützen?
Für IT-Dienstleister ist heute wichtig, nicht nur reine Entwicklungsleistung anzubieten. Wichtig ist, dass Know-how in den Modulen vorhanden ist und Beratung hinsichtlich der Prozessoptimierung angeboten wird. Es bringt uns wenig, wenn wir alles selbst entwickeln, was SAP eigentlich könnte oder durch organisatorische Anpassungen bewerkstelligt werden könnte, um nicht das System zu "verbiegen".
Woher holten Sie sich die nötige Expertise?
Für unsere Eigenentwicklungen arbeiten wir mit verlässlichen und langjährigen Partnern zusammen, die unser Unternehmen sehr gut kennen und ein ausgereiftes Prozesswissen haben. Grundsätzlich haben wir aber das Know-how im eigenen Haus und werden dies auch weiter aufbauen und fördern.
Die Antworten der anderen Podiumsteilnehmer (in alphabetischer Reihenfolge):
Herbert Brecheis, Ruag: "Eine Eigenentwicklung für den ERP-Bereich kommt für uns nicht infrage."
Marcus Dauck, Ringier: "Die Zeiten monolithischer Systeme und reiner Wasserfallprojekte sind vorbei."
Elmar Gasser, Sunrise: "In jüngster Zeit beobachten wir, dass Open-Source-Lösungen so weit ausgereift sind, dass wir uns überlegen könnten, Inhouse-Lösungen zusätzlich zu dieser Software zu entwickeln."
Peter Hagen, Planzer-Gruppe: "Die geforderte Flexibiltät der Software kann mit einer Standardlösung nicht erbracht werden."
Gabriela Müller, Studerus: "Eigenentwicklungen waren bei uns trotz eingekaufter Software nötig."
Stefan Müller, Digitec Galaxus: "Es gibt zurzeit kein ERP im freien Markt, das unseren Ansprüchen genügen würde."
Ricardo Nebot, Emmi: "Mit einer Eigenentwicklung hätten wir nur das Rad neu erfunden."

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